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Interview für Weltklassejungs

Hadley B. arbeitet seit 1985 als DJ in Tanzcafés und auf privaten Festlichkeiten und hat sich über unzählige Auftritte einen guten Namen in der DJ-Branche erarbeitet. Seine Musik passt er den Wünschen der Gastgeber und Gäste an und spielt nie vorgefertigte Playlists.

Warum ist DJ der beste Job der Welt? Wie bist du einer geworden?

1985 war ich Stammgast in einer Diskothek in Sinsheim, wo eines Abend der DJ nicht zur Arbeit erschien. Da ich immer einer der ersten Gäste war, fragte mich der Besitzer, ob ich das nicht machen wolle, und ich dachte mir, so schwer kann das ja nicht sein. Von da an legte ich dort jeden Samstag auf und die Arbeit als DJ ließ mich seitdem nicht mehr los. Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn man Menschen so glücklich machen kann, dass sie nach einem Abend mit mir zufrieden nach Hause gehen.

Welches Feedback hast du von deinem letzten Kunden bekommen?

Dass die Livemusik, die eines meiner Alleinstellungsmerkmale ist, allen Gästen super gefallen hat. Ich spiele live mit Gitarre und Gesang, während die Gäste essen.

Macht es für dich einen Unterschied, ob du auf einer Firmenfeier, einer Hochzeit oder einem Geburtstag auflegst? Wo legst du am liebsten auf?

Diese Frage stellte sich für mich nicht. Ich lege nicht für die “Feier” an sich sondern für die Menschen auf, die sich auf der Feier befinden. So macht es für mich überhaupt keinen Unterschied. Allerdings lege ich seit 2020 nur noch auf gewerblichen Feiern auf, also auf Firmen-Events. Private Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage habe ich auf ein Minimum reduziert.

Warum?

Ich möchte mich, nach 35 Jahren als DJ, einfach mehr auf das konzentrieren, was ich noch viel lieber mache: Singen! Man wird ja auch nicht jünger und die Musik war schon immer meine große Leidenschaft. Wer mich also als Musiker buchen möchte, immer her mit den Anfragen!

Wie beschreibst du dein musikalisches Repertoire? Für welche Single oder welches Album hast du schon mal richtig viel Geld ausgegeben?

Als Mainstream-DJ muss ich für alles offen sein und darf mich selbst nicht einschränken, indem ich mich musikalisch in eine Schublade stecke. Ich spiele alles, von Abba bis Zappa und von den Flippers bis zu den Amigos. Eine Schmerzgrenze habe ich nicht. Richtig viel Geld habe ich für eine LP der Sinsheimer Band “Die Bungalows” ausgegeben. Das war es mir aber wert.

Beschreibe deine technische Ausrüstung: Was können Kunden erwarten, wenn sie dich inklusive DJ-Technik buchen? Arbeitest du mit Schallplatten, CDs oder MP3s?

Ich arbeite schon seit vielen Jahren mit einem Laptop. Meine Anlage reicht dabei vollkommen aus, um bis zu 200 Leute zu beschallen. Mehr geht auf Anfrage aber auch, vor allem, wenn es “open air” geht oder in einem Zelt. Da braucht man dann schon eine amtliche Anlage mit richtig “wumms”.

Welche besonderen Fähigkeiten oder Leistungen bringst du als DJ mit?

Ich spiele niemals Playlisten ab, wenn die Party losgeht. Niemals. Alle Lieder, die ich am Abend spiele, werden von Hand ausgesucht und in den Player geschoben. Ausnahmslos. Dabei gehe ich mit Wunschzetteln auf die Musikwünsche der Gäste ein. Diese Wunschzettel werden wirklich gut angenommen und zeigen mit als Dienstleister, welche Musik und welches Genre im Saal gefragt sind.

Wenn du selbst einen DJ für deine Hochzeit engagieren würdest, worauf würdest du dann achten?

Man sollte den DJ bemerken, ohne dass er aufdringlich wird. Es gibt nichts Schlimmeres als einen Mann hinter dem Plattenteller, der alle fünf Minuten schreit: “Wo sind eure Hände?”. Am Ende des Tages bin ich DJ, kein Alleinunterhalter und auch kein Animateur. Wenn ich am Abend gefragt werde, wie ich denn zur Familie gehöre, dann habe ich mein Ziel erreicht. Ich war kein Fremdkörper, sondern Teil der Feier. Das ist für mich sehr wichtig.

Wie bereitest du einen Auftritt vor und wie beziehst du deine Kunden dabei ein?

Es gibt immer telefonischen oder sogar, wenn dies die Entfernung zulässt, persönlichen Kontakt. Man muss sich einfach beschnuppern und wenn man nach einem Treffen dann merkt, man kann sich vielleicht doch “nicht riechen”, dann kann man im Vorfeld gütlich auseinander gehen. Dies ist mir aber noch nie passiert.

Woran erkennst du, dass dein DJ-Auftritt absolut gelungen ist?

Wenn sich Gäste abends bei mir als DJ verabschieden, wenn sie die Feier verlassen. Ein besseres Indiz für einen gelungenen Abend gibt es nicht. Ich meine, der Gast nimmt sich einen Umweg und die Zeit, um bei mir “vorbeizuschauen” und mir zu sagen: “Junge, du warst spitze!”. Was will man denn mehr? Besser geht nicht!

Was ist das Schlimmste, das ein Gast einem DJ antun kann? Fünfmal hintereinander „Atemlos“ wünschen, ins Mischpult greifen, …?

Der Gast ist natürlich König, aber ich bin kein Hofnarr. In den vielen Hunderten von Auftritten hatte ich auch schon Gäste, die entfernt werden mussten, was zum Glück nur sehr selten passiert. Einer hat mal meine Lautsprecherkabel durchgeschnitten. Ich wurde auch schon persönlich und körperlich bedroht. Natürlich darf niemand an die Anlage, das verbietet sich von vornherein. Ich bin aber immer höflich und sehr, sehr geduldig. Dies muss ich auch sein, denn ich kann auch als DJ schnell eine Party sprengen, wenn ich mich mit einem Gast anlege. Das sollte man nur in absoluten Ausnahmen machen, wenn es wirklich nicht mehr anders zu regeln ist!

Ist schon mal bei einem deiner Gigs so richtig was schiefgegangen? Wie hast du reagiert bzw. wie bist du auf so etwas vorbereitet?

Ich hab mal die Hochtöner geschrottet. Das war kurz nach 23 Uhr. Zum Glück war der Gig in der Nähe meines Wohnortes, sodass ich Ersatzboxen holen konnte.

Was war dein überraschendstes Erlebnis als DJ?

Dave Davis, der bei einem Gig am Nürburgring seine Gitarre nahm und mehrere Lieder sang. Das war der Hammer.

Was war bisher der beste Club (auch international), in dem du aufgelegt hast? Und wo würdest du gerne mal auflegen?

Ich lege nicht in Clubs auf, war immer in “Tanzcafés” beschäftigt. Das war auch die Ausbildung, die ich als Mainstream-DJ gebraucht habe. Wer 20 Jahre in Tanzcafés auflegt, für den ist auch ein 70. Geburtstag nicht wirklich eine Herausforderung.

Quelle: Weltklassejungs

 

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